Termine

Sichere Gebiete in Afghanistan?
Warum wir einen dauerhaften Abschiebestop benötigen!
Donnerstag, 7. September 2017, 19 Uhr in Hanau
im Lesecafé, Stadtbibliothek im Kulturforum, Am Freiheitsplatz

Mit Friederike Stahlmann, Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle

Nach dem verheerenden Anschlag Ende Mai in unmittelbarer Nähe der deutschen Botschaft in Kabul sah sich das Bundesinnenministerium gezwungen, die seit Dezember 2016 angelaufenen Charter-Abschiebungen nach Afghanistan auszusetzen. Zu groß waren der öffentlich-mediale Druck und zu stark die anhaltenden Proteste geworden. Kaum jemand konnte und wollte Thomas de Maizière noch glauben, dass Kabul sicher sei. Nun soll
bis zur Erstellung eines neuen Lageberichtes nur noch in „Ausnahmefällen“ abgeschoben werden, und sämtliche Asyl-Entscheidungen des Bundesamtes für Flucht und Migration zu Afghanistan sind momentan gestoppt. Doch der Innenminister betont, dass an den geplanten Massenabschiebungen festgehalten würde…

Überleben in Afghanistan? Wie ist das für Abgeschobene möglich? Wie stellt sich die Sicherheitslage, dar, wie die humanitäre Lage von Rückkehrenden? Wie können diese Informationen Eingang ins laufende Asylverfahren finden? Und können bereits negativ entschiedene Verfahren angesichts der aktuellen Lage wieder neu aufgenommen werden?  Über diese Fragen wollen wir am 7.9. mit Friederike Stahlmann diskutieren, die zu diesen Schwerpunkten forscht und deren Expertise zunehmend in diesbezüglichen Asyl-Gerichtsverfahren Eingang findet.

Im Februar 2017 hatte der Arbeitskreis Asyl Hanau bereits zu einer ersten gut besuchten Afghanistan-Veranstaltung eingeladen. Eine Frage an diesem Abend war, wie sich der Widerstand gegen die „Charter der Schande“ verstärken ließe. Aus diesen Diskussionen ist u.a. die Hanauer Initiative für ein Bürgerasyl entstanden, mit der sich am 4. Mai 2017 über 60 Hanauer Bürgerinnen und Bürger öffentlich bereit erklären, „Platz zu machen in unseren Wohnungen und notfalls die Menschen zu verstecken, die in Krieg und Verfolgung zurückgeschickt werden sollen“.
Über den Stand des Bürgerasyls soll am 7.9. ebenfalls kurz berichtet werden. Zudem werden afghanische Schutzsuchende aus Hanau zu Wort kommen sowie ein ehemaliger Soldat, der in Afghanistan im Einsatz war.

Die Veranstaltung steht im Zusammenhang mit den Aktionstagen für We`ll Come United und der gemeinsamen Mobilisierung am 16. September nach Berlin, siehe http://www.welcome-united.org/de
Die Veranstaltung wird unterstützt vom AK Asyl Hanau sowie Jugendliche ohne Grenzen und kein mensch ist illegal Hanau.

Weitere Informationen:
http://buergerasyl-hanau.info/
http://www.asyl.net/fileadmin/user_upload/beitraege_asylmagazin/Beitraege_AM_2017/AM17-3_thema_afghanistan.pdf